Krokodile beißen nicht
2024
Permanentmarker und Archivtinte auf Papier / je 14,8 x 21 cm
Die Geschichte „Krokodile beißen nicht“ beinhaltet zu den Zeichnungen einen Text über die Beziehung zwischen Ente und Krokodil. Text und Zeichnungen beziehen sich auf einander ohne sich dabei zu illustrieren. Sie ergänzen sich und erzählen zu gleich ihre eigene Geschichte.
Zum Text: Zu Beginn der Erzählung befinden sich Ente und Krokodil zusammen auf einem See. Sie sind sich körperlich nah, doch ist zwischen Ihnen Distanz zu spüren, denn Ente kann in die Höhen fliegen und Krokodil in die Tiefen tauchen. Immer mehr entfernen sie sich von einander und Ente verlässt schließlich den See und damit auch Krokodil. Sie begibt sich auf eine Reise, um einen neuen Ort und sich selbst zu finden. Dabei fliegt sie durch viele Stürme und durchquert das Wolkenmeer. Im Laufe von Entes Reise tauchen immer mehr Protagonisten*innen auf, die Ente auf ihrem Weg begleiten. So kommen im letzten Kapitel Ente, Hund mit verstrubbelten Haaren, kleine Schlange, Bär und viele weitere zusammen am Meer an. Es ist der Ort, an dem Ente bleiben möchte. Krokodil taucht immer wieder in Entes Gedanken auf. Im dritten Kapitel baut es sich in einem Traum von Ente Flügel, um ihr hinterher fliegen zu können. Ente versteht am Ende der Erzählung, dass sie beide für einander über ihre Grenze gegangen sind, denn auch Ente versucht das Tauchen einst. Durch den Prozess des Loslassens, der aus Entes Perspektive beschrieben wird, finden Ente und Krokodil wieder zueinander, denn sie überwinden ihre Ängste. Die emotionalen Zustände „Tiefe“ und „Höhe“ versucht der Text zu erkunden und herauszufinden, was sie beinhalten können. Das Zentrale Thema sind Gefühle und ihre Bedeutung ohne sie konkret zu nennen. Sie werden be- und umschrieben. Die Bedeutung des Kollektivs spielt im Laufe der Geschichte eine immer wichtiger werdende Rolle, um sich der Frage zu nähern, wie sich Veränderung vollzieht und was es dafür braucht.
Text und Zeichnungen ergeben zusammen die Geschichte „Krokodile beißen nicht“. Wenn der Text keine Worte findet, erzählen die Zeichnungen die Geschichte weiter und umgekehrt. Sie ergänzen sich, lösen sich ab und können so vielschichtig einen Zugang zu den verschiedenen Gefühlen geben, die in der Geschichte auftauchen und verhandelt werden. Es ist eine Geschichte über innere und äußere Zustände, die sich in einer steten Wandlung befinden. Dabei geht es um den Versuch die Vielschichtigkeit des menschlichen Empfindens zu verstehen und um Akzeptanz und Toleranz im Spannungsfeld zwischen persönlicher und kollektiver Gegenwart.